dramatischer Brand in Suhler Wohnblock

Gestern Abend brannte es in einem Suhler Wohnblock. Fünf Wohnungen wurden nahezu vollständig zerstört. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Bewohner hatten noch Glück – alle konnten sich rechtzeitig retten.

Die Uhr zeigte ziemlich genau 19.00 Uhr als ein Anwohner verdächtigen Rauch in der Robert-Koch-Straße im Wohngebiet Döllberg feststellt. Dies teilt er der Rettungsleitstelle über Notruf 112 mit. Daraufhin wurde zunächst die hauptamtliche Wache der Feuerwehr Suhl alarmiert. Innerhalb kürzester Zeit muss sich vor Ort die Lage drastisch zugespitzt haben. Auf einmal mehrten sich die Anrufer, sprechen von Feuer aus mehreren Wohnungen. Durch die neuen Informationen beordert der Einsatzleiter noch auf der Anfahrt die Freiwilligen Feuerwehren Zentrum und Oberland an die Einsatzstelle.

Kurze Zeit später trifft die Hauptwache am Ort des Geschehens ein. Ihnen bietet sich ein dramatisches Bild. Auf der Rückseite des Wohnblocks stehen alle Balkone eines Aufgangs – vom Erd- bis ins Dachgeschoss – in Flammen. Eine dicke Rauchsäule steht über dem Wohngebiet, enorme Hitze wirkt auf die Fenster der fünf betroffenen Wohnungen, geschmolzenes Plastik und Aluminium tropft von der sanierten Balkonanlage herab, Glasscheiben springen, Flammen schlagen um sich.

Sofort versuchen die ersten Feuerwehrleute dem Feuer die Hitzeenergie von unten zu entziehen. Trotzdem ist die Gefahr nicht gebannt. Fensterscheiben zerspringen unter der Hitze und die Plastikrahmen schmelzen. Das Feuer droht in die Wohnungen „hineinzukriechen“. Außerdem steht es kurz davor sich in den Dachboden auszubreiten. Nicht auszudenken – denn dieser ist in dem gesamten Wohnblock komplett durchgängig.

In der Anfangsphase war nach einem ersten Kurzüberblick davon auszugehen, dass sich alle Mieter retten konnten. Doch gesichert waren diese Erkenntnisse nicht. Mehrere Feuerwehrleute gleichzeitig drangen, ausgerüstet mit schwerem Atemschutz, in die Wohnungen ein und durchsuchten diese. Eine mühselige Arbeit wie einer der Kameraden berichtete, „Bis zur dritten Etage kamen wir ganz gut voran, die Verrauchung im Treppenhaus war nur gering. Darüber änderte sich die Situation gravierend. Pechschwarz drückte der Qualm von oben nach unten, die Hitze war unerträglich.“ Gefunden haben sie glücklicherweise niemanden mehr in den Wohnungen. Dies war sicherlich auch der Tageszeit zu verdanken. In der Nacht, wenn alle schlafen, hätten die Folgen ohnegleichen schlimmer sein können.

Unterdessen fand das Feuer in der sanierten Vorhängfassade und dem Plastik der Balkone reichlich Nahrung. Bis an den Dachvorsprung schlugen die Flammen. Mit dem massiven Wasserstrahl der Drehleiter konnten die Feuerwehrleute schließlich Herr der Situation werden. Auch von Innen löschten sie Wohnung für Wohnung einzeln ab.

Der Schaden ist unterdies immens. Alle fünf betroffenen Wohnungen sind unbewohnbar. Der hochgiftige und tiefschwarze Brandrauch hat die Einrichtungsgegenstände und Wohnungen fast vollständig zerstört. Die Balkonanlage und Fassade ist in dem betroffenen Bereich praktisch nicht mehr vorhanden. Ein Schock für die Mieter. Zur Betreuung in den traumatisierenden Minuten wurde frühzeitig auch das Südthüringer Kriseninterventionsteam angefordert. Die drei Helferinnen unterstützten die Wohnungs-inhaber vor Ort. Am Abend kam von ihnen die erlösende Nachricht: Allen gehe es den Umständen entsprechend gut und haben für die Nacht erst einmal eine Ersatzbleibe gefunden.

Gegen 21:30 Uhr konnten auch die 27 Kameraden, die mit acht Fahrzeugen vor Ort waren, den Einsatz beenden. Zur Brandursache hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

 

eingesetzte Kräfte und Mittel

Feuerwehr ausgerückte Fahrzeuge Stärke
Hauptwache HLF 20/16 1:3 (4 Kameraden)
Hauptwache GW-Meß 0:1 (1 Kamerad)
Hauptwache KdoW 1:0:0 (1 Kamerad)
Zentrum TLF 16 1:5 (6 Kameraden)
Zentrum DLK 23/12 1:2 (3 Kameraden)
Zentrum TLF 24/50 1:2 (3 Kameraden)
Zentrum MTW 0:1 (1 Kamerad)
Oberland LF 16 – TS 1:7 (8 Kameraden)

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