Tierische Rettungsaktion in Suhl

Eine wahrhaft tierische Rettung forderte gestern die Kameraden der Feuerwehr Suhl. Kurz vor dem Heinrichser Wehr war die Hündin Frieda in die Hasel gestürzt. Bei Wassertemperaturen kurz über dem Gefrierpunkt war das Tier im Flusslauf gefangen.

Es war kurz nach elf Uhr, als am gestrigen Vormittag die Hündin Frieda auf dem heimischen Grundstück in der Heinrichser Straße herumtollt. Das Wassergrundstück liegt direkt an der Hasel, es ist nur über eine schmale Fußgängerbrücke zu erreichen. Auf eben gerade dieser tollt Frieda gerade, als sie von einem anderen Hund erschreckt wird. Im Eifer des Geschehens landet einer der Hinterläufe neben der Brücke und plötzlich ging alles ganz schnell. Es gab es kein Halten mehr und schon stürzte Frieda mit dem Hinterteil voran in die gut 2 Meter tiefer fließende Hasel.
Guter Rat war jetzt teuer. Die Wassertemperaturen waren im niedrigen einstelligen Bereich, die Ufermauern sind glatt und übermannshoch. Das Herrchen wusste nicht weiter und rief die Feuerwehr.

Als die ersten Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Suhl Zentrum vor Ort eintrafen hatte Frieda, von den Ereignissen noch völlig geschockt, unter der kleinen Brücke Schutz gesucht. Hier war das Wasser nicht ganz so tief, auch die Stromschnellen waren weniger kräftig.
Über eine Leiter bahnten sich die Feuerwehrleute zunächst einen Weg in das knietiefe Wasser. Nicht ganz ungefährlich für die Kameraden. Die Hasel fließt dort sehr schnell, ein falscher Tritt und man verliert den Halt. So können sich die Feuerwehrleute nur angeseilt durch das Wasser bewegen.

Immer noch unter dem Eindruck der Geschehnisse stehend, beobachte Frieda hingegen das Treiben vollkommen reglos. Keinen Zentimeter bewegte sich das Tier. Mit Leckerlies, Streicheleinheiten und gutem Zureden versuchten die Helfer erstmal ihr Vertrauen zu gewinnen. Das Tier ist gestresst, auch für Frieda war es eine Notsituation. Da weiß man nie, wie das Tier reagiert.
Aber wie sollte Frieda wieder ins Trockene kommen. Schließlich können Hunde nicht einfach eine Leiter hochklettern. Mit Manneskraft hochheben ging bei dem knapp 30 kg schweren Tier auch nicht. Schlussendlich haben die Kameraden eine Schleifkorbtrage am Seil herabgelassen. Mit dieser werden normalerweise Patienten aus unwegsamen Gelände, Trümmerbergen oder eingestürzten Häusern gerettet. Mit etwas freundlichem Nachdruck nahm Frieda darauf Platz und wurde nach oben gezogen.

Gut 30 Minuten nach Frieda`s Missgeschick stand sie pitschnass, aber gesund und glücklich, wieder auf dem Ausgangspunkt ihrer Tortur. Dank ihrer Ausrüstung waren die Feuerwehrleute allesamt weitgehend trocken geblieben. Bis jetzt! Zur Verabschiedung schüttelte sich Frieda nochmal kräftig und vergnügt und trottete, ohne ihre neuen Feuerwehrfreunde nochmal eines Blickes zu würdigen, davon.

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