Säure im Wohnhaus freigesetzt

HP_GSG-C-Fiedler_02Gestern Abend, dem 02.04.2016, erreichte die Feuerwehr Suhl kurz vor 19 Uhr ein Notruf über einen starken stehenden Geruch in einem Wohnhaus. Auf Grund des Meldebildes wurde für die Feuerwehr Suhl der Gefahrgutalarm ausgelöst.

Vor Ort konnten die ersten Einsatzkräfte die Feststellung bestätigen. Gleichzeitig stelle sich heraus, dass die Situation bereits seit mehreren Stunden bestand. Im Treppenhaus eines Wohnblocks der Carl-Fiedler-Straße klagten die Anwohner über den beißenden Gestank. Einzelne Bewohner klagten auch über bereits bestehende, kurzzeitige Beschwerden. Eine ärztliche Versorgung war aber nicht notwendig.

Nach weiterer Erkundung und Befragung der Bewohner erhärtete sich der Verdacht, dass es sich um Freisetzung von Buttersäure oder eines vergleichbaren Stoffes handelte. Bei Buttersäure handelt es sich um eine ätzend wirkende Säure. Bei entsprechenden Mengen führt sie beim Menschen zu Reizungen der Haut und Schleimhäuten. Auch Vergiftungen können auftreten.

Ausgerüstet mit von der Umgebungsluft unabhängigen Atemschutzgeräten und Chemikalienschutzanzügen machten sich die Feuerwehrleute ein Bild von der Situation in dem Gebäude. Auf Grund der verstrichenen Zeit seit der mutmaßlichen Freisetzung konnte mit den Messgeräten vor Ort jedoch keine akut gefährlichen Konzentrationen mehr festgestellt werden. Der massive Geruch bestand jedoch fort.

HP_GSG-C-Fiedler_01Die Bewertung der Ergebnisse durch die Gefahrstofffachleute der Feuerwehr und den Vertretern des Gesundheitsamtes ergaben, dass eine akute Gesundheitsgefahr für die Anwohner nicht mehr bestand. Mit einem Spezialreinigungsmittel für Säuren wurde die betroffene Fläche in dem Treppenhaus von der Feuerwehr gereinigt. Diese Reinigung dauerte auf Grund der Intensität des Stoffes und der notwendigen chemischen Reaktionszeit mehrere Stunden an. Eine Räumung des Wohngebäudes, wurde während des Einsatzes erwogen, war aber nach der Reinigung nicht mehr notwendig. Die Wohnungen sind weiterhin nutzbar.

Unterstützung erhielten die Suhler Kameraden von der Feuerwehr Zella-Mehlis, welche mit ihrer Dekontaminationseinheit ebenfalls an die Einsatzstelle kamen. Als sehr nützlich erwies sich auch die telefonische Beratung durch die Feuerwehr Erfurt, die in der Vergangenheit einige ähnlich gelagerte Einsatzsituationen zu bewältigen hatten. Ihre Erfahrungen haben die Erfurter an die Feuerwehr Suhl weitergegeben.

Insgesamt waren knapp 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und verschiedene Vertreter der zuständigen Behörden vor Ort. Nach rund drei Stunden war der Einsatz beendet.

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